Urlaub mit dem Auto: So planen Sie die perfekte Fahrt

Endlose Staus, quengelnde Kinder oder Autopanne auf halber Strecke – die Fahrt in den Urlaub kann Stress pur bedeuten – hier gibt’s Tipps für eine entspannte Fahrt!

Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, kennt das Phänomen: Die Erholung fängt erst an, wenn man das Ziel erreicht hat. Endlose Blechlawinen schieben sich über die Autobahn, während die Kinder auf dem Rücksitz quengeln. Wer dann auch noch den Hund mit im Gepäck und das Auto falsch beladen hat, dem blüht sein blaues Wunder auf dem Weg in den Urlaub. Dabei lassen sich die typischen Fehler vor einer längeren Reise mit dem Automobil durch ein wenig Planung und Know-how ganz einfach vermeiden.

Das Zauberwort für eine unbeschwerte Autofahrt in den Urlaub lautet: gutes Zeitmanagement. Wer auf den letzten Drücker mit den Vorbereitungen beginnt, hat schon verloren. Das beginnt bereits mit der Entscheidung für die richtige Startzeit. Am günstigsten ist es natürlich, vor oder nach der Mehrheit der Urlauber, die an Schulferien gebunden sind, zu fahren. Wer die Möglichkeit hat, sollte also noch vor Sonnenaufgang oder in den späten Abendstunden aufbrechen. Die Straßen sind leerer, die Sommersonne brennt noch nicht und mit etwas Glück schlafen die Kinder noch eine Weile im Auto. Der Fahrer sollte allerdings ausgeschlafen sein – also besser am Vorabend früh ins Bett gehen. Die Zeit bis zum Abreisetag können Sie mit einigen Maßnahmen verkürzen und sich dabei optimal auf Ihre Fahrt vorbereiten.

1. Der Auto-Check

Damit es auf der Autobahn kein böses Erwachen gibt, sollten Sie Ihr Fahrzeug nicht zu knapp vor der Abfahrt auf Herz und Nieren prüfen. Falls hier noch etwas im Argen liegt, muss genug Zeit bleiben, um einen Werkstatttermin zu vereinbaren. Überprüfen Sie Öl, Kühl- und Bremsflüssigkeit und füllen Sie diese gegebenenfalls nach. Die Reifen sollten eine Mindestprofiltiefe von drei Millimetern aufweisen und über genügend Luftdruck verfügen. Andernfalls riskieren Sie schlechtere Haftungs- und Bremseigenschaften sowie einen höheren Kraftstoffverbrauch. Apropos Bremseigenschaften: Überprüfen Sie zudem den Verschleiß der Bremsklötze und die einwandfreie Funktion der Handbremse. Sollte doch einmal etwas schiefgehen, stellen Sie sicher, dass Warnwesten für alle Insassen vorhanden sind. Im letzten Schritt sollten Sie alle Leuchten des Wagens testen. Standlicht, Abblendlicht, Fernlicht, Nebelschlussleuchte und Bremslichter müssen voll funktionstüchtig sein. Bevor es losgehen kann, sollte auch der Verbandskasten auf Vollständigkeit und Verfallsdatum gecheckt werden.

2. Das Auto richtig beladen

Tetris-Fans vor: Beim Beladen des Fahrzeugs ist System gefragt. Wer die Gepäckstücke ohne Plan ins Fahrzeug verfrachtet, riskiert eine Veränderung des Fahrzeugschwerpunkts. Um das zu verhindern, sollten die schweren Gepäckstücke möglichst nah an die Rücksitzlehne, tief im Kofferraum verstaut werden. Im Idealfall sollte das Gepäck mit Zurrgurten fixiert werden, um ein Verrutschen oder herumfliegende Gegenstände zu vermeiden. Zusätzlich sollte die Oberkante der Rückbank beim Beladen nicht überschritten werden. Ein Trenngitter zwischen Fahrer- und Kofferraum sorgt für noch mehr Sicherheit im Ernstfall. Wichtig ist auch, das zugelassene Fahrzeuggewicht nicht zu überschreiten. Die meisten Pkw dürfen mit einer zusätzlichen Ladung von 400 bis 500 kg beladen werden – den genauen Wert finden Sie in Ihrem Fahrzeugschein. Bedenken Sie bei Ihrer Berechnung aber auch das Gewicht Ihrer Beifahrer. Sie sind sich unsicher, wie viel Ihr Gepäck wiegt? Wiegen Sie die Koffer und Taschen mit einer Personenwaage, addieren Sie das Ergebnis und schlagen Sie den Wert auf das angegebene Leergewicht des Autos drauf.

3. Tiere im Auto

Sollen Hund oder Katze mit in den Urlaub fahren, müssen einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, um Unfälle mit Verletzungen von Mensch und Tier zu vermeiden. Ähnlich wie der Sicherheitsgurt beim Menschen, so muss auch der Hund während der Fahrt gesichert werden. Das kann durch spezielle Geschirre geschehen, durch Transportboxen oder durch Schutzdecken. Diese Vorschrift der Straßenverkehrsordnung sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden – neben versicherungsrechtlichen Problemen im Falle eines Unfalls erhöht sich das Verletzungsrisiko der Insassen durch den Aufprall des Tieres für kurze Zeit um das dreißigfache des Eigengewichts. Wer die Vorschrift nicht beachtet, riskiert ein Verwarnungs- oder Bußgeld. Sicherungssysteme für Tiere im Test – das sind die besten Methoden.

4. Die Autofahrt mit Kindern

Eine längere Autofahrt mit Kindern an Board stellt den Fahrer vor eine besondere Herausforderung – während der Verkehr die volle Aufmerksamkeit verlangt, wollen die Kleinen beschäftigt werden. Doch nicht nur die „Bespaßung“ der kleinsten Mitfahrer ist auf der Fahrt in den Urlaub wichtig; auch die korrekte und ausreichende Sicherung von Babys und Kindern bis 12 Jahren verlangt nach besonderen Vorkehrungen. Bis zu einer Körpergröße von 150 cm müssen Kinder durch geeignete Rückhaltesysteme wie Kindersitze oder Babyschalen gesichert werden. Begeisterung lösen diese Gurtsysteme selten aus – trotzdem ist es unabdingbar, dass sich Kinder ebenso wie Erwachsene während der Fahrt anschnallen. Legen Sie lieber regelmäßige Pausen ein, in denen sich die Kleinen austoben können. Auch Spiele während der Fahrt können für Beschäftigung sorgen. Noch mehr Tipps und Ratschläge finden Sie hier.

5. Perfekt temperierte Autofahrt

Die Temperatur während der Fahrt hat einen großen Einfluss auf die Konzentrationsfähigkeit des Fahrers. Wer bei großer Hitze lange Zeit im Auto fahren muss, hat eine verlangsamte Reaktionszeit. Wer ein Fahrzeug mit Klimaanlange sein Eigen nennt, hat Glück. Die Idealtemperatur von 22 bis 25 Grad lässt sich leicht einstellen. Sie müssen lediglich darauf achten, das Gebläse nicht direkt auf Ihr Gesicht zu richten. Ohne Klimaanlagen helfen leider nur regelmäßige Pausen, um den Innenraum wieder abzukühlen.

6. Mit Anhänger in den Urlaub

Traumurlaub Campingplatz: Mit einem Anhänger lässt sich die Freiheit bei der Wahl des Urlaubsziels voll auskosten. Doch größere Freiheit bedeutet in diesem Fall auch mehr Verantwortung. So müssen Sie vor Fahrtantritt prüfen, ob Ihr Gefährt auch einsatzfähig ist. Das Einfachste vorneweg: Überprüfen Sie, wie lang Ihr Anhänger noch TÜV hat. Weiter geht’s mit den Reifen. Hier sollte das Alter und der Luftdruck überprüft werden. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit für den Anhänger darf nur dann gefahren werden, wenn die Reifen nicht älter als sechs Jahre sind. Mithilfe einer zweiten Person muss die Beleuchtung des Gefährts überprüft werden. Eine kurze Probefahrt zeigt, ob Bremslicht und Auflaufbremse funktionstüchtig sind. Da die Räder des Anhängers häufig eine ungewöhnliche Größe haben, ist das Mitführen eines Reserverads empfehlenswert.

Wenn Sie das Handling mit einem Anhänger vor Ihrem Start in den wohlverdienten Urlaub noch üben möchten, ist das ADAC Anhänger-Training die richtige Wahl.