Motorrad-Saison: So machen Sie Ihr Motorrad fit für den Frühling

Schweren Herzens wurde das Bike im Herbst in den Winterschlaf entlassen. Nun, da die Tage wieder länger werden, die Sonne wieder häufiger scheint und der Frühling an die Tür klopft, juckt es den Motorrad-Fans in der Gashand. Die erste Tour steht an! So machen Sie Ihr Gefährt fit für den Frühling.

Ein gründlicher Check bevor es auf die Straße geht ist Pflicht, damit Sie nicht mit abgefahrenen Reifen, einer verschlissenen Kette oder zu dünnen Bremsbelägen in die Saison starten. Es gibt einiges zu tun, bevor das Bike zum ersten Mal ausgeführt werden kann.

Reinigen:

Bei einer gründlichen Fahrzeugwäsche werden Staub- oder Konservierungsmittelreste entfernt. Die Gelegenheit sollten Sie zur optischen Überprüfung Ihres Motorrads nutzen. So können Sie leicht feststellen, ob sich Teile gelöst haben, Schrauben locker sind oder Flüssigkeiten austreten. Stellen Sie sicher, dass Schalt- und Bremshebel leichtgängig und richtig eingestellt sind.

Flüssigkeitskontrolle:

Nach der Winterpause müssen der Stand des Kardan- und Motoröls, der Bremsflüssigkeit und des Kühlmittels überprüft und die Flüssigkeiten gegebenenfalls aufgefüllt werden. Die entsprechenden Bauteile sollten zudem auf Dichte überprüft werden. Die Bremsflüssigkeit ist auszutauschen, wenn sie ihre Farbe von gelb zu braun gewechselt hat. Im Idealfall ist der Ölwechsel bereits vor der Winterpause erfolgt. Wer darauf verzichtet hat, sollte dies nun nachholen und dabei  auch direkt den Filter mit austauschen. Zu Füllmenge und Öl-Viskosität konsultieren Sie im Zweifelsfall das Handbuch.

Bremsen:

Die Bremsen sollten beim langsamen Schieben des Motorrads leichtgängig sein und sofort auf den Zug am Hebel sowie das Betätigen des Pedals reagieren. Überprüfen Sie die Bremsleitungen auf Undichtigkeiten und checken Sie den Status der Bremsbeläge. Sind diese abgefahren, steht ein Wechsel an. Auch die Bremsscheibe muss überprüft werden. Zu großer Verschleiß, Rost oder andere Schäden gefährden die Bremswirkung. Bremsstaub an der Scheibe lässt sich leicht mit Bremsenreiniger entfernen.

Reifen:

Spendieren Sie Ihrem Motorrad neue Reifen, wenn das Profil unter 1,6 Millimeter misst, sie porös oder rissig sind oder die Karkasse Schäden aufweist. Auch Reifen, die älter als sechs Jahre sind, müssen ausgetauscht werden, da sie ausgasen und dadurch verhärten. Prüfen Sie die Reifen zudem bei sehr niedrigem Luftdruck auf undichte Stellen.

Elektrik:

Die Batterie ist hier Dreh- und Angelpunkt – wer das Motorrad über Nacht ans Ladegerät anschließt, vermeidet das Überbrücken durch die Autobatterie. Ist Ihre Batterie nicht wartungsfrei, können Sie bei der Gelegenheit den Flüssigkeitsstand überprüfen und gegebenenfalls destilliertes Wasser nachfüllen. Achten Sie darauf, zuerst das rote Kabel an den Pluspol und danach das schwarze an den Minuspol anzuschließen. Im Anschluss wird die elektrische Anlage bei laufendem Motor getestet. Überprüfen Sie Stand-, Fern-, Abblend- und Rücklicht, die Blinker, Hupe und Killschalter.

Fahrwerk:

Gabel und Federbein checken. Im Fokus stehen dabei Undichtigkeiten und die korrekte Funktionsweise. Achten Sie dabei auf die Grundeinstellung der Federbasis und stellen Sie sicher, dass Lenkkopf-, Schwing- und Radlager leichtgängig sind.

Kette:

Die erste Tour soll schon morgen stattfinden? Mit der Kette beschäftigen Sie sich am besten bereits am Vorabend des Saisonstarts. Sie sollte gereinigt, justiert, gefettet und auf Verschleiß geprüft werden. Kontrollieren Sie auch die Kettenspannung – ist diese nicht ausreichend, spannen Sie sie nach. Ab einer Längung von zwei Prozent sollte die Kette getauscht werden. Auch bei Verschleißerscheinungen wie Haifischzähnen an Ritzel und Kettenrad empfiehlt sich ein neues Exemplar.

Bekleidung:

Sicheres Fahren hängt nicht nur vom verkehrstüchtigen Bike ab – die richtige Kleidung ist ein Muss. Helm, Handschuhe, Nierengurt, Rückenprotektor, Hose, Jacke oder die richtigen Stiefel sind die unverzichtbare Ausrüstung für einen erfolgreichen Start in die Motorrad-Saison!

 

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