Reifenpanne ahoi! Ein geplatzter Reifen auf der Autobahn – und was nun?

Es ist der Alptraum aller Autofahrer: Ob Autobahn, Landstraße oder alltäglicher Straßenverkehr – Reifenprobleme führen zu blank liegenden Nerven und Schweißperlen auf der Stirn. Wie Sie Ihr Auto auch kurzfristig auf drei Reifen sicher aus dem Verkehr ziehen und den Reifen schnell und sicher wechseln, lesen Sie in unserer einfachen Schritt für Schritt Anleitung.

Achtung, aufpassen: Die ersten Anzeichen für eine Reifenpanne.

Die Lenkung wird schwammig, die Lenkübertragung auf die Reifen greift nicht richtig und der Wagen zieht zur Seite. Kündigen sich Reifenprobleme an, gilt es in erster Linie, die Anzeichen dafür frühzeitig zu erkennen und einzuordnen: Auf gerader Fahrbahn bemerken Sie bei Lenkimpulsen, wie Ihr Auto den Lenkradeinschlag nicht sauber überträgt. Ein platter Reifen oder ein geplatzter Reifen machen sich zudem auch durch Nebengeräusche bemerkbar. Schalten Sie bei Verdacht auf eine Reifenpanne das Radio aus und achten Sie auf die genannten Anzeichen. Wenn sich Ihr Verdacht verstärkt oder sogar bestätigt, sollten Sie Ihr Auto unmittelbar aus dem Verkehr ziehen.

Bleiben Sie dabei ruhig und fahren Sie kontrolliert. Mit diesen Tipps ziehen Sie Ihren Wagen auch mit einem geplatzten Reifen sicher und schnell aus dem Verkehr:

1. Schritt: Warnblinkanlage einschalten und Problem signalisieren.

Geben Sie anderen Verkehrsteilnehmern mit dem Einschalten der Warnblinkanlage ein visuelles Zeichen dafür, dass Sie Ihr Auto aus dem Verkehr ziehen wollen.

Durch das Einschalten des Blinkers verdeutlichen Sie Ihre Abfahrt zur nächstgelegenen Haltemöglichkeit.

2. Schritt: Wagen aus dem Verkehr ziehen und anhalten.

Nutzen Sie auf der Autobahn den Standstreifen oder, wenn Sie sich gerade in der Nähe befinden, die Abfahrt zur Parkmöglichkeit. Fahren Sie jedoch nicht länger und weiter als eben notwendig. Mit einem geplatzten Reifen ist Ihr Fahrzeug nicht mehr fahrtüchtig und somit nicht mehr für den Straßenverkehr bestimmt.

3. Schritt: Die Kontrolle behalten – Bremsen und Lenken.

Mit einem geplatzten Reifen reagiert Ihr Auto anders auf Brems- und Lenkimpulse. Halten Sie das Lenkrad mit beiden Händen fest und steuern Sie leicht gegen den Reifenzug. Dabei gilt zu beachten: Ein geplatzter Vorderreifen kann durch ein Gegenlenken einfach stabilisiert werden, bei einem geplatzten Hinterreifen verhält es sich mit der Lenkung schon deutlich schwieriger. In einem Pkw Intensiv-Training können Sie das Gegensteuern eines ausbrechenden Hecks in sicherer Umgebung ganz einfach trainieren und sind somit gewappnet für den Ernstfall. Unter Anleitung geschulter Fahrinstrukteure trainieren Sie auf einer Gleitfläche, wie Sie Ihren Wagen wieder einfangen und die Fahrspur beibehalten. Die Gleitfläche sorgt dafür, dass Ihre Hinterräder beim Überfahren der Fahrbahn die Fahrtrichtung ändern und der Wagen ausbricht.

4. Schritt: Reifenwechseln auf dem Standstreifen

Lassen Sie die Warnblinkanlage auch auf dem Standstreifen oder in der Parkbucht eingeschaltet. Wechseln Sie abseits des Verkehrs den geplatzten Reifen und setzten Sie anschließend Ihre Fahrt fort. Beachten Sie dazu die Sicherheitsbestimmungen wie das Anlegen der Warnweste und das Aufstellen des Warndreiecks in einer Entfernung von 70 m innerorts bis 400 m außerorts auf der Autobahn. Insassen warten auf der Autobahn, mit einer Warnweste bekleidet, am besten hinter der Leitplanke. Sollten Sie weitere Probleme an Ihrem Auto feststellen, rufen Sie den ADAC oder die Polizei.

Geplatzter Reifen: Ein Fall für die Versicherung?

Ein geplatzter Reifen ist nicht zwangsläufig ein Versicherungsfall. Es wird zwischen Eigen- und Fremdverschuldung unterschieden. Werden die Reifen schon seit ungefähr sechs oder mehr Jahren befahren, so ist der Zeitraum für einen Reifenwechsel erreicht, da das Gummi im Alter porös wird. Unter diesen Umständen zahlt die Versicherung nicht für den Schaden, da es sich um einen Verschleiß der Reifen handelt.

Anders verhält es sich, wenn der Reifen aufgrund eines Materialfehlers platzt oder Sie in einen spitzen Gegenstand gefahren sind. Unter diesen Umständen werden die Reparaturkosten höchstwahrscheinlich von der Versicherung übernommen.

Auf die Vorgeschichte kommt es an: Bordsteinrempler und Reifendruck.

Um einem Unfall entgegenzuwirken und Ihre Reifen länger zu befahren, können Sie folgende Tipps beachten: Kontrollieren Sie regelmäßig den Luftdruck in Ihren Reifen und bessern Sie bei Bedarf nach. Empfohlen wird eine Zeitspanne von zwei Wochen. Passen Sie den Luftdruck an Beladung Ihres Autos an und pumpen Sie wenn notwendig auf oder lassen Sie Luft ab. Zeigt ein Reifen Verschleißspuren, sollten Sie diesen zeitnah austauschen. Vorsicht ist zudem an Bordsteinen geboten. Wer diese oft streift oder anrempelt, verkürzt die Lebensdauer seiner Reifen beträchtlich.