Motorradfahren im Herbst und Winter – die besten Tipps

Draußen wird es langsam aber sicher kalt, nass und grau – für viele Motorräder kommt nun die Zeit des Winterschlafes, sie verschwinden in Garagen und unter Abdeckplanen und warten mit ihren Besitzern sehnsüchtig auf den Frühling. Als Motorradfan haben Sie aber keine Lust auf das Ausharren und wollen Ihre Maschine ganzjährig fahren? Mit unseren Tipps ist das kein Problem! Wir helfen Ihnen dabei, mit dem Motorrad gut und sicher durch die kalte Jahreszeit zu kommen.

Falsches Wetter? Falsche Kleidung!

„Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Kleidung“. Sie haben diesen Spruch mit Sicherheit auch schon gehört. Er stimmt tatsächlich! Vor allem beim Motorradfahren in Herbst und Winter gilt: Wenn Sie nicht als Eiszapfen an Ihrem Ziel ankommen möchten, sollten Sie vorbeugen. Funktionswäsche, Fleecejacken, gefütterte Stiefel und Unterhandschuhe helfen Ihnen, auch bei den eisigsten Temperaturen nicht zu frieren. Aber nicht vergessen – trotz aller Fütterung müssen Sie Ihre Maschine ohne Einschränkung bedienen können. Ein dicker Schal ist also nur dann sinnvoll, wenn er Sie nicht einschränkt und Sie Ihren Kopf noch ohne Probleme drehen können.

Nicht nur in Bezug auf das Warmhalten ist die Kleidung ein wichtiges Thema. Da es in Herbst und Winter früher dunkel wird und es öfter regnet oder schneit, sind die Sichtverhältnisse zum Teil stark eingeschränkt. Außerdem sind in der kalten Jahreszeit tendenziell weniger Motorradfahrer unterwegs – die meisten Autofahrer haben Sie womöglich nicht mehr auf dem Schirm. Reflektierende Kleidung hilft Ihnen dabei, in der schnell einbrechenden Dunkelheit nicht übersehen zu werden.

Immer klaren Durchblick behalten

Eine klare Sicht hat für Motorradfahrer in Herbst und Winter Priorität, da Helmvisiere bereits nach wenigen Sekunden beschlagen und zum Problem werden können. Dagegen helfen Sprays, die Sie auf die Scheibe sprühen können. Auch das Auswaschen mit Spülmittel und kaltem Wasser kann helfen, den Durchblick zu wahren. Wer auf Nummer sicher gehen will, besorgt sich einen Helm mit Pinlock-Funktion. Durch eine zweite Scheibe wird das Beschlagen vermieden. Wenn Sie handwerklich versiert sind und einen Helm mit einem sphärischen Visier haben, können Sie diese zweite Scheibe auch selbst nachträglich innen im Helm montieren.

Die eigenen Fähigkeiten nicht überschätzen

Vorausschauend und den Umständen entsprechend fahren ist ganzjährig oberstes Gebot. In der kalten Jahreszeit ist es besonders wichtig, denn Laub und Schnee sowie nasse und glatte Straßen sorgen für eine dauerhafte Gefahr. Passen Sie Ihr Tempo und Ihre Fahrweise sorgsam an die Witterung an und erinnern Sie sich ständig daran, das Wetter nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Vorsicht ist geboten, da Sie auf nasser Straße auch bei geringem Tempo ins Rutschen kommen könnten. Bei Glatteis sollten Sie Ihr Motorrad in der Garage lassen; das Risiko eines Sturzes mit bösen Folgen ist bei diesen Bedingungen zu groß.

Sie fahren nur so gut, wie Ihre Maschine es zulässt

Was nutzt Ihnen die wärmste Kleidung und ein vorausschauendes Fahren, wenn Ihre Bremsen nicht richtig funktionieren, da die Bremsbelege dringend gewechselt werden müssen? Sie sollten am besten bereits im frühen Herbst damit anfangen, Ihre Maschine winter- und wetterfest zu machen. Viele Werkstätten bieten einen Wintercheck für Ihr Motorrad an, bei dem alle relevanten Teile und Funktionen geprüft und gewartet werden. Natürlich können Sie das auch selbst in Ihrer Garage durchführen. Besonders wichtig ist es, Reifen mit einem grobkörnigen Profil zu wählen. Eine Winterreifenpflicht besteht zwar nicht, dennoch sorgen diese Reifen für den besten Grip auf kalter und nasser Fahrbahn.

Streusalz und Feuchtigkeit setzen Ihrer Maschine im Winter ebenfalls stark zu. Dagegen helfen spezielle Wachse, sie versiegeln den Lack und verhindern das Verschmutzen und Verrosten Ihres Schmuckstückes. Aber Achtung: Das Wachs darf nicht mit Bremsteilen oder Reifen in Berührung kommen, da hier sonst die Funktion stark beeinträchtigt wird! Außerdem ist es ratsam, die Maschine nach jeder Fahrt mit kaltem Wasser abzuspülen, damit sich Salze und Schmutz gar nicht erst festsetzen können.

Wenn Sie diese Tipps beachten, sollten Sie gut durch die kalten und dunklen Monate des Jahres kommen. Falls Sie in der wärmeren Jahreszeit noch einen Schritt weitergehen möchten, empfehlen wir Ihnen unser Motorrad Intensiv Training, bei dem Sie sich gut auf die Wintersaison vorbereiten können. Sie werden mit verschiedenen Fahrbahnbelägen konfrontiert und lernen, wie Sie brenzlige Situationen sicher meistern. Wir wünschen Ihnen allseits eine gute Fahrt!