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Neues Profilgesetz: Bei Reifen zählt jeder Millimeter

Haben Sie die Sommerreifen schon drauf? Wenn Ihr Auto noch auf Winterreifen fährt, sollten Sie Ihr Werkzeug lieber schnell zusammensuchen. Wer mit den falschen Reifen fährt, hat nicht nur den Reifenwechsel versäumt, sondern macht sich zudem strafbar. Ob Hand Made-Wechsel oder doch die Vertragswerkstatt, die alten Reifen müssen ab und die neuen drauf. Jeden Sommer und Winter dasselbe leidige Spiel. Aber kann man die Autoreifen der letzten Saison auch noch in diesem Jahr verwenden? Die Profiltiefe ist ausschlaggebend dafür, ob Sie doch noch neue Reifen bestellen müssen. Wir werfen einen Blick auf das Reifenprofil und den neuen Gesetzesvorschlag des Bundesrats. 

Winterreifen: Mehr Grip bei Straßennässe

Im Winter muss der Reifen gut auf der Straße haften, wind- und wetterfest sein und dem Schnee trotzen. Hauptsache, man bleibt nicht im weißen Pulver stecken. Für Winterreifen sollen aber bald neue Regeln gelten. Bis vor kurzem reichte eine Profiltiefe von 1,6 mm aus, nun soll diese Mindesttiefe aber auf 3 mm angehoben werden. Bei den winterlichen Witterungen ist ein tieferes Profil natürlich sinnvoll und wird daher bereits von vielen Autofahrern berücksichtigt. Sie lassen ihre Reifen bei einer Profiltiefe von 4 mm austauschen. Dazu rät auch der ADAC und gibt zu bedenken, dass das Verhalten der Verbraucher eine Neuregelung der Gesetzeslage teils überflüssig macht. Für Sommerreifen gelten bislang noch die alten Profilangaben: Erst bei weniger als 1,6 mm muss der Reifen gewechselt werden. Das neue Profilgesetz könnte also dazu führen, dass ausrangierte Winterreifen in den Sommermonaten abgefahren werden, um einem Neukauf entgegenzuwirken. ADAC Vizepräsident für Technik Thomas Burkhardt hält die Neuverordnung für nicht notwendig und argumentiert, dass durch die höhere Profiltiefe das Autofahren und die Fahrzeughaltung nur verteuert würden. Ähnlich negativ argumentiert der Reifenproduzent Michelin und beruft sich auf die UN-Klimakonferenz 2016 in Marrakesch. Durch das Mehrprofil bei 3 mm erhöht sich der Widerstand der Reifen und der Kraftstoffbedarf steigt. Kann sich das neue Profilgesetz etablieren, entstünden aufgrund des Kraftstoff-Ausstoßes im Auto und bei der Reifenproduktion zusätzlich 9 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. In Zeiten der Klimawandeldiskussion eine hohe Mehrbelastung.

Sommerreifen: 1,6 mm Profil für sichere Bodenhaftung

Für Sommerreifen gelten die neuen Gesetzgebungen nicht. Mit dem Wechsel auf die Sommerreifen reicht ein Mindestprofil von 1,6 mm wieder aus. Sicherheitsexperten raten sich beim Reifenwechsel anhand der Faustregel „von O bis O“ zu orientieren. Satteln Sie im Oktober auf Winterreifen um und wechseln Sie an Ostern zu den Sommerreifen. Diese Regelung ersetzt die situative Winterreifenpflicht des Gesetzgebers jedoch nicht. Sind die Wetterbedingungen winterlich, gehören die Sommerreifen ganz klar in den Keller und die Winterreifen ans Auto, auch außerhalb der O-bis-O-Faustregel. Wenn die Winterreifen mit der 3 mm-Regelung zu abgefahren für die kalten und nassen Monate sind, wird sich bald vermutlich ein Trend entwickeln, den aussortierten Reifen im Sommer abzufahren bis die Restprofiltiefe erreicht ist. Winterreifen haben aber im Sommer genauso wenig an Ihrem Fahrzeug zu suchen wie ihr Pendant im Winter. Beide Reifen haben ein unterschiedliches Profil, welches speziell auf die Witterungsbedingungen angepasst ist. Sommerschuhe werden schließlich auch nicht bei Schnee und Eis und die dicken Boots nicht bei 35 Grad im Schatten getragen. Nur ein witterungsangepasster Reifen hat eine sichere Bodenhaftung.

Bußgeldstrafen: Auf die richtige Bereifung kommt’s an

Achten Sie darauf, Ihr Auto immer mit den witterungsangemessenen Reifen zu fahren. Missachten Sie diese Regelung drohen Bußgeldstrafen und Punkte in Flensburg. Bei Winterwetter mit Sommerreifen zu fahren, kostet Sie 60 € und bringt Ihnen zusätzlich einen Punkt ein. Das Bußgeld staffelt sich weiterhin mit der Schwere der Verkehrsbelastung. Wurde ein Unfall aufgrund falscher Bereifung verursacht, erhöht sich die Geldstrafe auf 120 €.

Leidiger Reifenwechsel: Ganzjahresreifen als Alternative

Mit einem Ganzjahresreifen sparen Sie sich den lästigen Reifenwechsel und haben so wieder mehr Zeit für die angenehmen Dinge des Lebens. Der Grundgedanke ist zwar erfreulich, aber auch hier macht das neue Profilgesetz einen Strich durch die Rechnung: Reduziert sich das Profil auf weniger als 3 mm, müssen Sie auch bei diesen Reifen im Winter wieder zum Radmutternschlüssel und Wagenheber greifen. Die älteren Ganzjahresreifen können Sie im Sommer aber weiterhin abfahren. Der ADAC rät verallgemeinernd allerdings zu diesen Regelungen:

-          Kein Reifen sollte auf 1,6 mm Mindestprofil abgefahren werden

-          Sommerreifen bei 3 mm Restprofil austauschen

-          Winterreifen bei 4 mm Restprofil austauschen. 

Die eigene Garage: Platz für mehr als eine Pferdestärke

Ob das neue Profilgesetz sich nun durchsetzen wird? Wir wissen es nicht. Reifen tragen selbstverständlich zu einem hohen Maß zur Verkehrssicherheit bei, aber ersetzen unter keinerlei Umständen einen defensiven Fahrstil. Wer zu sehr rast, nicht vorausschauend fährt und unsicher bremst, der gefährdet seine Mitfahrer und Verkehrsteilnehmer, ob mit Winter- oder Sommerreifen.