Motorrad fahren im Alter: So kommen Silberfüchse sicher durch die Saison

„Weil ihr vergessen habt, worum es geht. Ihr müsstet den Highway rauf- und runterfahren, bis ihr wieder wisst, worauf es beim Biken ankommt!“, sagt Peter Fonda im Film Born to be Wild – Saumäßig unterwegs. Es ist die Geschichte vierer Schulfreunde, die eine Motorradtour unternehmen, um dem Alltag zu entfliehen. Mittlerweile erwachsen, im Berufsleben stehend und die ersten Pleiten erlebt, planen sie (bevor es zu spät ist) noch einmal gemeinsam zu touren. Raus auf die Straße, die Maschine unterm Hintern und den Fahrtwind erleben. Sie fahren der Midlife-Crisis einfach davon: Der Highway liegt vor ihnen, der Tank ist gefüllt und der Sound der Motoren ertönt. Wann erfahren und erfüllen Sie sich Ihren Lebenstraum?

Wiedereinsteiger: Gas geben und mitfahren

Einmal auf der Maschine zu sitzen und den Motor anlassen, kein bestimmtes Ziel vor Augen haben – nur Sie, das Motorrad und der Weg, der sich vor Ihnen erstreckt. Ob es nun die Route 66 oder ein Serpentinen-Weg ist, der sich auf die nächste Aussichtsplattform schlängelt – suchen Sie nicht weiter nach dem perfekten Zeitpunkt, um wieder auf die Maschine zu steigen, fangen Sie einfach an. Lassen Sie sich von der Leidenschaft packen und fahren Sie mit. Sofern Sie Ihren Führerschein schon erworben haben, steht Ihrem Wunsch ja auch kein Hindernis mehr im Weg. Für alle anderen heißt es, auch im höheren Alter noch einmal die Schulbank drücken. In der Fahrschule nähern Sie sich dem ersten Motorrad an. Während Ihrer Fahrstunden lernen Sie die Eigenschaften und technischen Details kennen und haben ein besseres Auge für Ihre eigenen Vorstellungen von einer Maschine. Supersportler haben einen kräftigen Motorensound und jede Menge Power. Damit sie aerodynamischer sind, ist die Sitzposition meist geduckt und flacher als bei Choppern oder Tourern. Nach einer längeren Fahrt tut der Rücken dann gerne mal etwas weh. Angenehmer wird es auf einem Motorrad, auf dem Sie aufrechter sitzen können. Ein tieferer Sattel und Lenkergriffe in bequemer Griffhöhe sorgen für eine stabilere Armhaltung. So halten Sie auch längere Motorradtouren ohne versteifte Muskelpartien durch. Lassen Sie sich Zeit bei der Beratung und fragen Sie Ihren Händler nach geeigneten Motorrädern für Ihre Statur. Bei der passenden Maschine kommt es auf Ihre Körpergröße und Ihre Fahrvorlieben an. Einen ADAC Online-Guide zum Motorrad- und Rollerkauf finden Sie hier.

Späte Liebe: Die Leidenschaft fürs Motorradfahren im Alter

Wenn Sie noch nie auf einem Motorrad saßen, sollten Sie dennoch nicht davor zurückschrecken, sich Ihren Traum zu erfüllen. Solange Sie sich fit fürs Motorrad fühlen, können Sie fahren. Für das Motorradfahren gibt es keine Altersgrenze – höchstens ein paar Spielregeln:

 

1.       Grundfitness: Bist du fit, kommst du mit.

Eine gewisse Grundfitness sollten Sie für das Motorradfahren mitbringen. Diese Regel gilt allerdings für alle sportlichen Aktivitäten, die Sie ausüben wollen. Nur wer fit ist, fühlt sich wohl und kann das Motorrad beherrschen. Wer einen Marathon laufen will, startet bei seinem ersten Lauf auch nicht mit einer Strecke von 42 Kilometern. Fangen Sie langsam an und treiben Sie ein wenig Sport, so schaffen Sie sich zudem einen gesunden Ausgleich zu Ihrem (Arbeits-)Alltag. Den Rest der Zeit können Sie mit Ihrer Maschine genießen.

 

2.       Alte Liebe rostet nicht: Müde Biker-Muskeln dehnen.

Nehmen Sie sich vor einer Tour genügend Zeit zum Dehnen. Mit Übungen für Nacken- und Rumpfmuskulatur sind Sie startklar für eine Ausfahrt auf der Maschine. Auch die Beine wollen ausgestreckt werden: Kniebeugen und Übungen für die Wadenmuskulatur bewirken wahre Wunder. Sie brauchen noch mehr Anregungen für ein Biker-Training? Hier finden Sie viele Übungen, die Ihnen helfen, fit zu werden und zu bleiben.

 

3.       Safety First: Sicherheit im Straßenverkehr.

Die Anzeige digitalisiert, die Motorik auf dem neusten Stand und der Straßenverkehr schon lange nicht mehr derselbe – wenn es nach vielen Jahren wieder zurück aufs Motorrad geht, kommt einem nichts mehr so vor, wie es einmal war. Als ehemaliger Motorradfahrer können Sie bei Ihrer Rückkehr ins Hobby bereits im BMW Wiedereinsteiger-Training erste Fahrtluft schnuppern. In einem Fahrsicherheitstraining beschäftigen Sie sich erneut mit den Basics: Auf- und Absteigen, die Fahrphysik des Motorrads, die wichtigsten Bedienelemente kennen lernen und die Fahrtüchtigkeit der Maschine kontrollieren. Nach der Theorie geht es los: Maschine anlassen und endlich wieder Gas geben, der Motor heult auf und Sie sitzen wieder im Sattel. Üben Sie die Bremstechnik bei der Einzelrad- und Gefahrenbremsung, tasten Sie sich im Slalom-Parcours an die Schräglage heran und testen Sie das sichere Ausweichen auf gerader Strecke. Was Sie hierfür benötigen? Einen Führerschein – mehr nicht. Die Ausrüstung und das Motorrad werden Ihnen zur Verfügung gestellt. Noch nicht so lange pausiert und trotzdem ein wenig unsicher? Im BMW Wiederaufsteiger-Training bekommen Sie das Equipment und die Maschine ebenfalls gestellt. Tasten Sie sich auf dem Gelände des Hockenheimrings wieder an die Maschine heran und zünden Sie den Motor und Ihre Leidenschaft.