1930 bis 1932: Von der Idee bis zum ersten Rennen

Ernst Christ ist der eigentliche Vater des Hockenheimrings: Der junge Hilfszeitnehmer fasste 1930 den Plan ins Auge, in seiner Heimatstadt eine Rennstrecke zu gründen. Hockenheims Bürgermeister Philipp Klein wurde für das Projekt gewonnen. Einstimmig billigte der Gemeinderat am 25.12.1931 die Rennstrecken-Vorlage. Umfassende Bauarbeiten begannen am 23.03.1932. Und nur zwei Monate später ging mit dem Start zum „1. Motorradrennen" in Hockenheim am 29.05.1932 ein Traum in Erfüllung. Für die Kleinstadt begann ein Aufstieg, der ihren Namen in der ganzen Welt bekannt machen sollte.

1938: Vom Dreieckskurs zum Kurpfalzring

Schon 1938 wurde die Streckenführung grundlegend geändert. Aus dem 1932 gebauten Dreieckskurs entstand die in weiten Teilen bis Ende 2001 genutzte Strecke. Durch den Einbau der Ostkurve erhielt der Hockenheimring seine bekannte ovale Form und wurde in Verbindung mit der Streckenverbreiterung zu einem Hochgeschwindigkeitskurs. In punkto Sicherheit galt der neue „Kurpfalzring" seinerzeit als vorbildlich.

1947 bis 1963: Der Neuanfang

Im Zweiten Weltkrieg war der Hockenheimring schwer beschädigt worden, so hatten Kettenfahrzeuge die Fahrbahn demoliert und die Holzbauten waren abgerissen worden. Aber die Motorsportfans in der Region blieben am Ball: 1947 wurde die Hockenheim-Ring GmbH zur betriebswirtschaftlichen Nutzung der Rennstrecke gegründet. Und nur zwei Jahre nach Kriegsende, am 11.05.1947, donnerten erneut die Motoren über die Rennstrecke. Am 19.05.1957 wurde erstmals der "Große Preis von Deutschland für Motorräder" in Hockenheim ausgetragen.

1961 bis 1966: Das Motodrom entsteht

 Anfang der 60er Jahre war in Zusammenhang mit der Neuplanung der Autobahn Mannheim-Walldorf eine Veränderung des Hockenheimrings unumgänglich geworden. Ernst Christ erarbeitete 1961 das zuschauerfreundliche Motodrom-Konzept. Der Umbau begann im Frühjahr 1964. Am 22.05.1966 eröffnete der damalige Bundesverkehrsminister Dr. Hans-Christoph Seebohm das neue Motodrom anlässlich des "Großen Preises von Deutschland für Motorräder".

Seit 1970: Die Formel 1 gastiert

 Am 02. August 1970 fand das erste Formel-1-Rennen in Hockenheim statt. Über 100.000 Zuschauer erlebten einen Sieg von Jochen Rindt auf Lotus-Ford. 1971 kehrte die Formel 1 wieder auf den Nürburgring zurück. Doch 1976 verunglückte Niki Lauda auf der Nordschleife schwer. Die Formel 1 kam daraufhin 1977 wieder nach Hockenheim. Mit einer Unterbrechung, 1985 zur Eröffnung des neuen Nürburgrings, wird der Große Preis von Deutschland für Formel-1-Rennwagen seitdem auf dem Hockenheimring ausgetragen.

1999 bis 2003: Umfangreicher Umbau

Weil der alte Kurs mit 6,8 Kilometern zu lang und in weiten Passagen des Waldes für die Zuschauer nicht zugänglich war, entstanden Ende 1999 erste Pläne für eine kürzere Strecke mit besseren Überholmöglichkeiten. Am 21.12.2001 erhielt die Hockenheim-Ring Besitz GmbH die Baugenehmigung, am 4.02.2002 erfolgte der Spatenstich. Nach dem rund 62 Millionen Euro teuren Umbau präsentiert sich der Hockenheimring so attraktiv wie noch nie. Denn die um zwei Kilometer verkürzte Strecke garantiert spannende Überholmanöver. Dank neuer Tribünen stieg die Zuschauerkapazität von 83.000 auf 120.000 Plätze, und das neue Fahrsicherheitszentrum ist eine zusätzliche Attraktion.

2007: Das Jubiläumsjahr

An seinem 75. Geburtstag konnte der Hockenheimring stolz auf die vergangenen Jahre und optimistisch in die Zukunft blicken. Obwohl die Königsklasse des Motorsports, die Formel 1, ab diesem Jahr nur noch alle zwei Jahre zu Gast ist, geht es nicht minder heiß her auf dem Ring. Aus der einstigen Idee des Visionärs Ernst Christ von einer Motorradrennstrecke im Herzen der Kurpfalz, ist mittlerweile eine international bekannte und geschätzte Rennstrecke geworden. Mehr noch, der Hockenheimring gilt heutzutage als eine äußerst vielseitige und begehrte Eventstätte. Folglich bietet der traditionsreiche Ring ganz getreu dem Slogan “More than Racing“ neben zahlreichen spannenden Motorsport-Veranstaltungen auch viel Raum für Events der unterschiedlichsten Art. Ob das nun im Rahmen einer unvergesslichen Fahrt im „schnellsten Taxi“ der Welt ist oder vielleicht doch gleich ein Formel-Einsteiger-Kurs, eine unvergleichliche Tagung im Baden-Württemberg Center oder einem Ticket für die VIP-Lounge in der imposanten Südtribüne mit einmaligen Blick über das ganze Motodrom. Ganz gleich - die einzigartige Atmosphäre des Hockenheimrings hat bisher noch jeden gepackt!