Urlaub mit dem Wohnmobil – Tipps für eine entspannte Reise

VW Bus mit Surfbrettern auf dem Dach welcher an der Strandpromenade parkt

Ob über den Brenner nach Italien, auf Küstenstraßen an die Ostsee oder entlang atemberaubender Fjorde bis nach Norwegen: Mit dem Wohnmobil verreisen Sie flexibel und unabhängig in Ihrem eigenen Tempo und mit allem im Gepäck, was Ihren Urlaub auf Rädern angenehmer macht. Damit das Reisefieber nicht überhandnimmt und Sie den Urlaub in Ihrem „Womo“ Kilometer für Kilometer genießen können, sollten Sie sich unsere folgenden Tipps gründlich durchlesen und zu Herzen nehmen.

Das passende Modell wählen

  • Weniger ist manchmal mehr: Das werden Sie spätestens beim spektakulären Wendemanöver auf einem engen Parkplatz oder beim Reisen mit der Fähre feststellen. Ob komfortabler Riesencamper oder kompakter Campingbus – es lohnt sich ein Abgleich mit den eigenen Bedürfnissen (und der Anzahl der Mitfahrer), um möglichst entspannt von A nach B zu kommen: In einem vollintegrierten Wohnmobil oder auch „Integrierten“, der Königsklasse auf dem Campingmarkt, brauchen Sie dank großem Wohnraum inklusive Küchenzeile, Sanitäranlage und haufenweise Extras auf nichts zu verzichten. Diese kostspieligen Modelle eignen sich besonders für Luxuscamper und Bergsteiger.
  • Teilintegrierte Reisemobile sind eine günstigere Alternative mit ähnlicher Ausstattung wie bei den Integrierten – der Unterschied liegt lediglich in der Bauweise.
  • Als kleinste Wohnmobilmodelle eignen sich ausgebaute Kastenwagen vor allem für kleinere Trips und Städtereisen. Verzichten müssen Sie beim alltagstauglichen Allrounder zwar auf eine eigene Nasszelle und eine richtige Küchenzeile, doch dafür ist Ihnen ein Parkplatz in der nächsten Metropole sicher! Gut zu wissen: Einmaliges Übernachten auf dem Parkplatz ist erlaubt, alles darüber hinaus erfordert jedoch eine Sondergenehmigung.
  • Besonders wendig und daher ideal für den Alltag und für Städtereisen sind Campingbusse. Aufgrund ihrer eingeschränkten Stehhöhe und Stauraumkapazität eignen sich die kompakten Allrounder besonders für Paare.
  • Alkoven (Altdeutsch für „Bettnische“) stehen besonders bei Familien hoch im Kurs. In Alkoven-Wohnmobilen befindet sich über der Fahrerkabine ein Extra-Schlafbereich – zusätzlich zur gewöhnlichen Ausstattung des Integrierten.
  • Abseits der Straße sind Wüstencamper mit einem 4x4-Offroad-Wohnmobil am besten beraten. Auf Ihrer Entdeckungstour sind Sie in einem solchen Camper dank Allradantrieb und robustem Fahrgestell für alles gewappnet.

Tipp: Gerade als Einsteiger lohnt es sich, für den ersten Urlaub auf Rädern ein Reisemobil zu mieten, zum Beispiel über die ADAC Wohnmobil-Vermietung. So bleiben Sie flexibel und können den Wohnmobilurlaub entspannt testen, ohne gleich ein kleines Vermögen auszugeben.

Übrigens: Je nach Größe des Wohnmobils benötigen Sie eine bestimmte Fahrerlaubnis. Mit einem alten Führerschein der Klasse 3 dürfen Sie Reisemobile bis 7,5 Tonnen fahren, mit einem Führerschein der Klasse B hingegen nur Modelle bis 3,5 Tonnen. Der Mieter des Wohnmobils muss mindestens 21 Jahre alt sein – bei manchen Modellen sogar 25 Jahre.

Safety first: Gewicht sparen und richtig beladen

Konservendosen, Töpfe und Stahlflaschen: Die Gewichtsproblematik des mobilen Heims wird häufig unterschätzt. Werfen Sie vor Fahrtantritt am besten einen Blick in Ihren Fahrzeugschein, um die maximale Zuladung zu berechnen (technisch zulässige Gesamtmasse – Leermasse = Zuladung). Es hat sich bewährt, das Leergewicht ohne Fahrer, aber einschließlich der Sonderausstattung sowie des Maximalvolumens an Diesel, Gas und Wasser zu berechnen. Wichtig: Achten Sie darauf, die Achslasten Ihres Reisemobils nicht zu überladen – zusätzlich zu den Sicherheitsrisiken drohen bei diesem Verkehrsvergehen Geldstrafen im vierstelligen Bereich!

Verfügt Ihr mobiles Zuhause über eine Heckgarage, können Sie dort – natürlich gut gesichert – Grill, Fahrräder oder Campingmöbel transportieren. Achten Sie bei Fahrrad- und Motorradträgern sowie beim Dachtransport darauf, die Traglast der Heckwand und die Nutzlast des Trägers nicht zu überschreiten. Auch für den Dachtransport von Surfbrettern und Kajaks gilt, vorab die zulässige Traglast zu checken.

Packen Sie selektiv und gewichtsparend: Greifen Sie zu Tütengerichten statt Konservendosen, zu bruchsicherem Melamin-Geschirr, Alutöpfen und Alugasflaschen. Ihren Frischwassertank brauchen Sie nicht schon zu Hause randvoll betanken, wenn am Zielort Wasser verfügbar ist. Bei neueren Wohnmobilen erspart Ihnen ein Pannenset den bis zu 35 kg schweren Ersatzreifen – und so den ein oder anderen Liter Sprit!

On the Road: Sicheres Fahren und entspanntes Ankommen

Planen Sie Ihre Strecken lieber zu kurz als zu lang – eine Fahrzeit von drei, vier Stunden für die ersten Etappen reicht völlig aus. Touren auf breiten Straßen eignen sich besonders für Wohnmobil-Einsteiger.

In puncto Fahrstabilität unterscheidet sich das Wohnmobil in einigen Aspekten vom Pkw: Zum einen ist es aufgrund der größeren Fläche anfälliger gegen Seitenwind, zum anderen droht es in Kurven leichter zu kippen. Auch das Bremsen und Beschleunigen erfordert je nach Gewicht Ihres Reisemobils längere Reaktionswege als beim Pkw. Daher gilt: Abstand halten und längere Strecken für Überholmanöver einplanen. Mit einem längeren Radstand geht außerdem auch ein größerer Wendekreis einher. Halten Sie deshalb vor allem in Rechtsabbiegerkurven und Spitzkehren mehr Abstand zum Seitenrand.

Gut vorbereitet für Langstrecken

Recherchieren Sie rechtzeitig mögliche Stellplätze und planen Sie Ihre Stationen, zum Beispiel mit dem ADAC Camping- und Stellplatzführer – so ersparen Sie sich langes Suchen während der Fahrt. Nicht überall ist „freies Campen“ erlaubt, jedes Land hat seine eigenen Vorschriften und Gesetze! Auch hier gilt: Vorab informieren und zugelassene Stellplätze anfahren.

Kochen, Körperpflege & Co. erfordern Frischwasser. Befüllen Sie den Wassertank vor Reiseantritt mit dem nötigen Minimum und prüfen Sie, wo Sie Frischwasser nachfüllen können. Darüber hinaus produziert das Wohnen auf Rädern Brauchwasser, das es – an den richtigen Stellen und gegen eine Gebühr – zu entsorgen gilt. Bundesweite und internationale Entsorgungsstationen finden Sie zum Beispiel auf Campingplätzen, Wohnmobil-Stellplätzen, an Gasthöfen oder auch direkt bei den Kläranlagen.

Wir machen Sie startklar!

Ob Neueinstieg oder Wiedereinstieg nach einer längeren Pause – jede Fahrt im Wohnmobil ist immer auch ein kleines Abenteuer. Damit Sie sämtliche Urlaubsfreuden ungetrübt genießen können und sicher ankommen, bereiten Sie das Wohnmobil-Training für Wohnmobilisten und das Caravan-/Anhänger-Training perfekt auf den Umgang mit Wohnmobil und Wohnwagen vor. Wir wünschen Ihnen eine sichere und entspannte Fahrt!