10 Sünden beim Autofahren – Was Sie unbedingt vermeiden sollten

Polizei-Auto steht hinter einem Auto aus dessen Fenster der Fahrer herausschaut. Die Polizisten gehen von beiden Seiten auf das Auto zu.

Jeder Autofahrer hat vermutlich bereits schon einmal eine Verkehrssünde begangen, ob aus Gewohnheit, Bequemlichkeit oder Unwissenheit. Allerdings gefährdet ein solches Verhalten nicht nur die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, sondern auch den Geldbeutel – und Sie riskieren womöglich sogar ein Fahrverbot, einen Führerscheinentzug oder die eigene Freiheit. Hand aufs Herz: Erkennen Sie sich bei der einen oder anderen Verkehrssünde wieder?

1. Falsches Parken 

Auf die Schnelle etwas erledigen und zu geizig für einen Parkschein? Das wird unter Umständen noch teurer als der jeweils anfallende Tageshöchstsatz. Auf Fußgängerüberwegen und Bahnübergängen, an Taxiständen oder im Halteverbot wird unzulässiges Halten mit 10 Euro Bußgeld geahndet. Dagegen blechen Sie bei Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer oder bei Halten in zweiter Reihe bereits zwischen 15 und 25 Euro. Falsches Parken (Verlassen des Fahrzeugs oder Halten über drei Minuten) auf Geh- und Radwegen wird je nach Gefährdungsgrad mit 15 bis 25 Euro geahndet. Vorsicht: Auch allzu großzügiges Parken kann mit einem Denkzettel von 10 Euro quittiert werden.

2. Missachtung der Vorfahrtsregeln

Kurz auf die Tube gedrückt, um nicht anhalten zu müssen – das Vorfahrtsrecht ist schnell gebrochen. Wer anderen Verkehrsteilnehmern die Vorfahrt nimmt, wird mit einem Bußgeld von bis zu 80 Euro zur Kasse gebeten und heimst sich womöglich auch einen Punkt im Flensburger Zentralregister ein. Brenzlig wird es vor allem bei Behinderung von Fußgängern am Zebrastreifen und wenn bei Missachtung der Vorfahrt oder eines Stoppschilds eine Gefährdung vorliegt: Hier fordert der Gesetzgeber ein Bußgeld von bis zu 80 Euro ein.

3. Rotlichtverstöße

Bei (Dunkel)Gelb noch schnell über die Ampel fahren, um keine Zeit zu verlieren, kann Autofahrer teuer zu stehen kommen. Wer beim Überfahren einer roten Ampel erwischt wird, zahlt mindestens 90 Euro Strafe – bei Gefährdung anderer erhöht sich der Betrag schnell auf 200 Euro und wird von einem Fahrverbot sowie Punkten in Flensburg begleitet. Was viele nicht wissen: Auch vor dem Rechtsabbiegen bei grüner Ampel muss kurz angehalten werden, andernfalls drohen neben drei Punkten auch gleich 70 Euro Bußgeld. Bei Behinderung von Fußgängern oder Radfahrern kommen übrigens weitere 60 Euro hinzu.

4. Verkehrswidrige Überholmanöver 

Auch wenn Ihr Vordermann langsamer fährt als erlaubt und auf Ihr kurzes Aufblenden nicht reagiert – mit hoher Geschwindigkeit dicht aufzufahren und verkehrswidrig zu überholen, gilt nach dem sogenannten „Autobahnraserfall“ des Landgerichts Karlsruhe als strafbare Straßenverkehrsgefährdung. Vor allem an durchgezogenen Fahrbahnlinien und Verbotsschildern kassieren Autofahrer immer wieder Strafzettel. Bei falschem Überholen winken Verkehrssündern bis zu 300 Euro Bußgeld.

5. Ständiges Spurenwechseln im Stau

Ob Baustelle, Schneegestöber oder Auffahrunfall – die nächste Verkehrsbehinderung lässt in der Regel nie lange auf sich warten. Durchschnittlich 38 Stunden pro Jahr stehen deutsche Autofahrer im Stau. Lücken auf den Nachbarspuren werden gerne genutzt, um schneller voranzukommen. Der konstante Spurenwechsel bringt jedoch nichts: Kaum sind Sie auf die vermeintlich schnellere Spur gewechselt, geht es auf der benachbarten Spur wieder etwas schneller voran – ein Teufelskreis. In der Regel sparen Kolonnenspringer mit einem solchen Verhalten keine Zeit, sondern verlängern den Stau nur unnötig.

6. Hupe und Lichthupe

Sie befinden sich auf der Überholspur, aber vor Ihnen schleicht ein Pkw über den Asphalt. Wie machen Sie Ihren Vordermann auf sich aufmerksam, ohne direkt den Vorwurf von Nötigung zu riskieren? Tatsächlich darf die Überhol-Absicht außerhalb geschlossener Ortschaften in Deutschland laut § 5 StVO mittels Lichthupe angezeigt werden. Zudem können Sie die Lichthupe auch als Gefahrenzeichen einsetzen, wenn Sie sich selbst oder andere Verkehrsteilnehmer gefährdet sehen. Doch wie bei vielen Dingen im Leben entscheidet auch hier die Verhältnismäßigkeit: Sobald Sie die Lichthupe als Überholsignal überstrapazieren und zu dicht auffahren, ist eher von Drängelei die Rede. Zu allen anderen Anlässen, etwa zur Abstimmung mit anderen Autofahren, ist das Betätigen der Lichthupe verboten und steht innerorts sogar generell unter Strafe. Gleiches gilt übrigens für den Missbrauch der normalen Hupe.

7. Missachtung der Mindestabstände

Abstand halten lohnt sich: Der halbe Tachostand gilt hier als unverbindliche Faustregel. Zeigt der Tacho mehr als 80 km/h, schreibt der Bußgeldkatalog eine Distanz von mindestens der Hälfte des Tachowerts vor – andernfalls droht Zuwachs auf dem Punktekonto. Beispiel: Bei Tempo 100 sollten Sie eine Distanz von mehr als 50 Metern einhalten, bei Tempo 150 dementsprechend 75 Meter. Je nach Tempo, Distanz und Gefährdungsgrad werden bei Abstandsverstößen bis zu 400 Euro, Punkte im Flensburger Zentralregister und womöglich ein Fahrverbot fällig.

8. Beleidigung anderer Autofahrer

Kilometerlanger Stau, Zeitdruck oder 30° C Außentemperatur – das bringt die Emotionen am Steuer schnell zum Überkochen und den einen oder anderen Autofahrer auf die Palme. Wer sich verbale Angriffe oder Gesten wie den Mittelfinger am Steuer erlaubt, begeht nach § 185 StGB eine Straftat und riskiert eine Geld- oder Freiheitsstrafe. Im Gegensatz zu Verkehrsverstößen gibt es für Beleidigungen keinen festen Bußgeldkatalog, stattdessen wird die Betragshöhe in Tagessätzen bestimmt – abhängig von den genauen Tatumständen sowie vom Verdienst des Beschuldigten. Bei einem „Stinkefinger“ droht zum Beispiel durchschnittlich eine Geldstrafe zwischen 600 und 4.000 Euro, bei Verbalattacken blechen Sie im Schnitt zwischen 250 und 2.500 Euro. Also: Schonen Sie Ihr Karma sowie Ihren Geldbeutel und denken Sie beim nächsten Ärgernis im Straßenverkehr lieber an Ihren nächsten Urlaub.

9. Geschwindigkeitsübertretungen

Mit 130 km/h durch die Baustelle oder mit 60 km/h durch die 30er-Zone: Wer Geschwindigkeitsbegrenzungen überschreitet, geht nicht nur ein hohes Sicherheitsrisiko ein, sondern riskiert außerdem Punkte und ein teures Fahrverbot. Bereits bei bis zu 10 km/h über dem innerorts vorgegebenen Tempolimit fällt ein Bußgeld von 15 Euro an – bei einer Geschwindigkeitsübertretung von über 70 km/h drohen Temposündern neben einer immensen Geldstrafe von 680 Euro außerdem 4 Punkte und ein Fahrverbot von 3 Monaten. Deswegen: Lieber mehr Zeit einplanen und entspannt ankommen – schont die Nerven und den Geldbeutel.

10. Alkohol oder Drogen am Steuer

Zu tief ins Glas geschaut und trotzdem am Steuer? Das kann fatale Folgen haben: Für Fahrer unter 21 Jahren und alle, die noch in der Probezeit sind, besteht die Null-Promille-Grenze. Ansonsten gilt: Wer mit einem Blutalkoholwert von weniger als 0,5 Promille verhaltensunauffällig fährt, macht sich noch nicht strafbar. Erst bei Gefährdung des Straßenverkehrs riskieren Sie bereits ab 0,3 Promille Punkte, den Führerscheinentzug und eine Geld- oder Freiheitsstrafe. Wer gegen die 0,5-Promillegrenze verstößt, riskiert darüber hinaus ein Bußgeld von 500 bis 3.000 Euro. Ähnlich sieht es bei Verstößen gegen das Drogengesetz aus: Letztere werden mit einem Bußgeld bis zu 1.500 Euro, Punkten, einem Fahrverbot und einer Geld- oder Freiheitsstrafe quittiert.

Sündenfrei fahren und entspannter ankommen

Rufen Sie im Zweifelsfall ein Taxi, verkneifen Sie sich Schimpfwörter und zügeln Sie Ihr Tempo: Das schont nicht nur Ihr Nervenkostüm, sondern auch Ihren Geldbeutel. Wenn Sie mit weißer Weste am Steuer sitzen, umso besser! Dann können Sie sich voll und ganz auf die Perfektionierung Ihrer Fahrkünste konzentrieren – zum Beispiel bei einem Fahrsicherheitstraining des ADAC. Wir wünschen Ihnen eine gute und sichere Fahrt! Weitere Bußgeldbestimmungen finden Sie übrigens hier.