MPU: Alles zu Kosten und Ablauf des Idiotentests

Ausschnitt wie jemand eine Bierflasche hinter dem Lenkrad öffnet

Den Führerschein verlieren ist nicht schwer, ihn zurück zu bekommen dagegen umso mehr. Ist die Fahrerlaubnis erstmal weg, führt der Weg in den meisten Fällen über eine MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung), im Volksmund auch „Idiotentest“ genannt. Das heißt, sich für die Gründe zu verantworten, die zum Entzug des Führerscheins geführt haben und über mehrere Schritte beweisen, dass man keine Gefahr für den Straßenverkehr darstellt. Wie das im Einzelnen abläuft und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie hier.

Die fatalen 5 Verstöße, die Sie den Führerschein kosten

Mehr als die Hälfte aller Verkehrssünder verlieren ihre Fahrerlaubnis, aufgrund von Alkohol am Steuer. Wird ein alkoholisierter Autofahrer mit mindestens 1,6 Promille erwischt, war‘s das erstmal. Doch aufgepasst! Nicht nur Autofahrer müssen sich angesprochen fühlen, auch Fahrradfahrer dürfen nicht unter Alkoholeinfluss am Straßenverkehr teilnehmen. Heißt auf gut Deutsch: Wer seinen Führerschein liebt, der schiebt – oder ruft sich ein Taxi.

Drogen am Steuer ist das nächste Vergehen, das Sie dem öffentlichen Nahverkehr ein Stück näherbringt. Doch nicht nur wenn Driver’s High eine ganz neue Bedeutung bekommt, auch wenn Fahrer generell gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen und durch Drogendelikte ins Visier der Polizei geraten, werden sie aus dem Verkehr gezogen.

Punkte sammeln wir alle gern, wer sich allerdings für seine Sammelleidenschaft das Verkehrszentralregister der Stadt Flensburg aussucht, tut sich damit keinen Gefallen. Besonders schwerwiegende Verkehrsverstöße und/oder mehr als 8 Punkte in Flensburg bringen den Führerschein ebenfalls in Gefahr.

Autofahrer, die es mit dem Gesetz im Allgemeinen nicht so genau nehmen oder durch aggressives Verhalten auffallen, rücken ebenfalls schnell in den Fokus der Behörden. Regelmäßige Gesetzeskonflikte sowie der Anschein einer geringen Impulskontrolle, sind auch Gründe, die den Spaß am Fahren schnell beenden.

Werden psychische Probleme oder körperliche Einschränkungen zu eventuellen Hindernissen beim Fahren, muss auch hier die Eignung im speziellen Fall überprüft werden, um Gefahren im Straßenverkehr zu vermeiden.

Wo macht man eine MPU – und wie lange dauert sie?

Wurde eine MPU bei Ihnen angeordnet, sind Sie dafür verantwortlich, einen Termin auszumachen und sich umfassend auf die Untersuchung vorzubereiten. Die MPU müssen Sie dann in einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung (BfF) absolvieren. In Deutschland gibt es zahlreiche Anlaufstellen, aus denen Sie Ihren Favoriten wählen können. Eine aktuelle Übersicht finden Sie auf der Seite der Bundesanstalt für Straßenwesen.

Die Dauer der MPU beträgt in der Regel etwa drei Stunden. Sollten Sie allerdings wegen Drogen- oder Alkoholmissbrauchs am Steuer Ihren Führerschein verloren haben, müssen Sie im Vorfeld der Untersuchung einen Abstinenz-Nachweis erbringen. Anhand mehrerer Urin- oder Haaruntersuchungen müssen Sie nachweisen, über einen längeren Zeitraum (meist ein halbes oder ein ganzes Jahr) keine Drogen konsumiert oder Alkohol zu sich genommen zu haben.

Die 4 Phasen, nach denen Sie wieder auf Achse sind

Im Grunde ist der Ablauf einer MPU immer der gleiche, lediglich die Dauer der einzelnen Schritte auf dem Weg zur Rückgewinnung der Fahrlizenz variieren. In insgesamt vier Phasen durchlaufen Betroffene Testsituationen, in denen sie sowohl mündlich als auch schriftlich, unter Beweis stellen müssen, dass sie verantwortungsvolle Teilnehmer im allgemeinen Straßenverkehr sind. Während es bei der Führerscheinprüfung um Wissen und Können geht, ist hier die charakterliche Eignung entscheidend.

Phase 1: Medizinische Untersuchung

Im medizinischen Teil der MPU werden Sie buchstäblich auf Herz und Nieren geprüft. Die Leber – verantwortlich für den Abbau von Giftstoffen – spielt hier ebenfalls eine wichtige Rolle in Bezug auf Drogen- und Alkoholkonsum. Um auf Nummer sicher zu gehen, kommen unter Umständen auch Blutentnahmen, Urinscreenings und Haaranalysen zum Einsatz. Staatlich anerkannte Labore werten Ihre Proben aus und überprüfen, ob Sie aus Ihren Fehlern gelernt haben.

Phase 2: Leistungsdiagnostischer Test

Mithilfe eines Computertestgeräts werden Wahrnehmung, Reaktionsfähigkeit und Konzentration überprüft, um festzustellen, ob man Ihnen ein verantwortungsvolles Führen von Fahrzeugen zutrauen kann.

Phase 3: Schriftliche Befragung

Sind die ersten beiden Phasen geschafft, geht es zunächst schriftlich weiter. In diesem Schritt müssen Sie verschiedene Fragebögen zu Ihrem Lebenslauf und den Bereichen Gesundheit, Alkohol- und Drogenkonsum ausfüllen.

Phase 4: Der psychologische Teil

Haben Sie bisher alle Hürden genommen, folgt nun der schwierigste Teil der MPU. In einem Vier-Augen-Gespräch mit einem psychologischen Gutachter, müssen Sie nun beweisen, dass Sie Ihren Führerschein wieder verdienen. Fragen zu den Bereichen Lebenslauf, familiäre und berufliche Situation machen den Anfang. Darauf folgt eine Reflexion über Ihren Verstoß, die Gründe dafür und wie Sie es in Zukunft besser machen können. Abschließend erhalten Sie eine kurze Zusammenfassung des Gutachters über die Einschätzung Ihrer Fahrtüchtigkeit. Nach etwa zwei Wochen erhalten Sie die ausführliche Beurteilung per Post.

Die MPU ist ein teurer Spaß

Der Gang zur MPU – für viele Autofahrer ein Ärgernis. Am Verlust des Führerscheins hängt nicht selten die Existenz der Betroffenen. „Wie komme ich nun zur Arbeit?“ oder im Fall von Außendienstlern, „Wie erkläre ich das meinem Chef?“. Das sind Fragen, die schnell zu Reue führen. Doch nicht nur die Angst um die eigene Existenz, auch die Tatsache, dass eine MPU nicht gerade günstig ist, macht den Unmut über das eigene Fehlverhalten noch größer.

Die Kosten der medizinisch-psychologischen Untersuchung richtet sich nach der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr. Mehrwertsteuer und eventuelle Extrakosten, wie Screenings, Analysen oder bürokratischer Aufwand, kommen noch oben drauf. Je nach Schwere des Vergehens und der nötigen Intensität der Eignungsüberprüfung pendeln die Kosten zwischen 360 und 800 Euro.

Eine gute Vorbereitung ist Gold wert

Während der MPU sind Sie unter Umständen mit Ihnen fremden Themen konfrontiert und werden insbesondere im psychologischen Gespräch in die Mangel genommen. Ohne ausreichende Vorbereitung eine gute Figur zu machen ist fast unmöglich – die allgemeine Durchfallquote von über 50 % beweist das. Also lassen Sie sich am besten helfen und nehmen Sie eines der zahlreichen MPU-Beratungsangebote an. Informieren Sie sich aber ausreichend, damit Sie keinem schwarzen Schaf zum Opfer fallen.

Lieber gut vorbereitet sein – oder am besten gleich ordentlich fahren! Aber hinterher ist man ja immer schlauer. Wer es gar nicht erst so weit kommen lassen möchte und schon im Vorfeld sein Verhalten im Straßenverkehr optimieren will, der ist mit einem Fahrsicherheitstraining gut beraten. Auf unseren Trainingsanlagen lernen Sie das Verhalten und die Grenzen Ihres Autos kennen. Unter der Anleitung von Profis machen Sie sich außerdem mit Fahrtechniken vertraut, die Sie für den Ernstfall wappnen. In diesem Sinne: Vorsicht ist besser als Nachsicht!