Carsharing: So funktioniert das Autoteilen

Vom Inneren eines Autos, von der Rückbank aus, nach vorne und außen fotografiert.

Ob Benzin, Versicherung oder Reparaturen: Ein Pkw kostet Sie schnell einen vierstelligen Betrag pro Jahr. Trotzdem sind die Großstädte proppenvoll mit Fahrzeugen – zum Leidwesen aller Autofahrer, Parkplatzsuchenden und der Umwelt. Warum nicht ein Fahrzeug teilen? Mit einem Gemeinschaftsauto können Fahrer Kosten einsparen, Flexibilität gewinnen und die Umwelt entlasten. Rund 2,1 Millionen Menschen nutzen im Jahr 2018 bereits ein Carsharing-Modell eines der über 160 Anbieter in Deutschland – Tendenz steigend. Wie auch Sie vom Carsharing profitieren und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie hier.

Wie funktioniert Carsharing?

Fahrzeuge flexibel und kurzzeitig mieten über einen Zeit-, Kilometer- oder Mischtarif: Carsharing bietet für jedes Fahrverhalten das passende Angebot.

  • Abschluss eines Rahmenvertrags mit einem Carsharing-Dienst
  • Fahrzeuge sind beliebig oft und spontan nutzbar
  • Bezahlung erfolgt nach der jeweiligen Nutzung
  • Abstell- und Abholplatz
  • Buchung und Entriegelung (per Schlüssel, Chipkarte oder App) je nach Anbieter

Welche Leihmodelle gibt es?

Unterschieden wird zwischen stationsbasierten und -unabhängigen Anbietern: Bei stationsbasierten Modellen wie Flinkster (Deutsche Bahn) oder Stadtmobil müssen die Fahrzeuge nach Ablauf der gebuchten Zeitspanne an zentralen Stationen wie Bahnhöfen oder Flughäfen abgeholt und abgegeben werden. Demgegenüber dürfen die Fahrzeuge bei stationsunabhängigen Free-Float-Anbietern wie Drive Now (BMW) oder Car2Go (Daimler) auf einem beliebigen Parkplatz im Stadtgebiet abgestellt und mit einer Kundenkarte ohne Reservierung benutzt werden. Das Suchen und Buchen der Fahrzeuge funktioniert flexibel per App oder Website, ist in der Regel aber auch teurer als bei anderen Anbietern.

Weitere Alternativen sind das „Peer to Peer“-Carsharing, bei dem Privatpersonen ihre Fahrzeuge teilen (drive oder mobilaro), und das „Ridesharing“ beziehungsweise die klassische Mitfahrgelegenheit (BlaBlaCar).

Welche Kosten kommen auf Sie zu?

Ob sich Carsharing für Sie lohnt, hängt von Ihrer persönlichen Fahrleistung pro Jahr ab. Als Faustregel gilt: Fahren Sie jährlich weniger als 10.000 km, ist das Gemeinschaftsauto im Schnitt günstiger als der Unterhalt eines eigenen Autos. Als Carsharing-Nutzer sparen Sie die Anschaffungskosten, Kraftfahrzeugsteuer und Versicherungsprämien sowie die Stellplatz- oder Garagenmiete eines privaten Pkw – auch ein Pannendienst ist häufig schon inbegriffen. Für das Carsharing sind Fixkosten wie Anmeldegebühr (meist zwischen 10 und 30 Euro), Kaution, Monatsbeiträge und die Fahrtkosten fällig, die sich in der Regel aus den Kosten für die gebuchte Zeit und den gefahrenen Kilometern zusammensetzen. Bei Nichtbenutzung zahlen Sie also je nach Anbieter gar keine oder nur eine geringe Gebühr.

Übrigens: Auch (Vollkasko-)Versicherungen sind im Mietpreis enthalten. Bei einem Unfall mit Leihwagen liegt die Selbstbeteiligung je nach Anbieter zwischen 300 und 1.000 Euro. Beobachten Sie bereits vor Fahrtantritt einen Defekt am Fahrzeug, der nicht im Bordbuch vermerkt ist, sollten Sie diesen unverzüglich der Zentrale melden.

Welche Vor- und Nachteile bietet Carsharing?

Carsharing bietet Ihnen Flexibilität, Spontaneität und Unabhängigkeit: Sie profieren von der Verlässlichkeit eines eigenen Fahrzeugs, zahlen dieses jedoch nur bei tatsächlicher Nutzung. Aus diesem Grund eignet es sich vor allem bei unregelmäßigen Fahrten, One-way-Touren oder Transporten. Als zusätzliche Ergänzung zum öffentlichen Straßenverkehr fördert Carsharing die Nutzung von Bus und Bahn, was den Straßenverkehr generell entlastet. Insbesondere in Stadtwohngebieten, wo Fahrzeugüberschuss und Parkplatzknappheit herrscht, kann die Nutzung von Carsharing für Entspannung sorgen.

Für Pendler, die ihren gesamten Arbeitsweg jeden Tag mit dem Auto zurücklegen müssen, lohnen sich Carsharing-Angebote aufgrund des organisatorischen Aufwands weniger. In diesem Fall sind klassische Fahrgemeinschaften und Mitfahrgelegenheiten die bessere Alternative. Auch für den Wochenendtrip ans Meer oder die Urlaubsreise nach Kroatien liegen Sie mit Mietwagen-Angeboten gegenüber Carsharing preislich im Vorteil. Und: Carsharing-Anbieter konzentrieren sich nach wie vor auf Ballungsgebiete. Deswegen werden Sie auch in einer Kleinstadt oder auf dem Land weiterhin auf einen eigenen Pkw, Fahrgemeinschaften oder den öffentlichen Personennahverkehr zurückgreifen müssen.

Mehr Kontrolle an jedem Lenkrad

Ob Sie mit einem Privatfahrzeug fahren oder Carsharing nutzen: Mit der richtigen Übung am Steuer meistern Sie selbst brenzlige Situationen im Straßenverkehr. Damit Sie hinter jedem Lenkrad entspannt und sicher fahren, lohnt sich ein Pkw-Perfektions-Training beim Fahrsicherheitszentrum Hockenheimring zur Perfektionierung Ihrer Fahrkünste. Wir wünschen Ihnen eine gute und sichere Fahrt!