Bußgeld-Guide: So viel kosten Sie Knöllchen, Falschparken und Co.

Ausschnitt eines blauen Polizeiautos von der Seite fotografiert

Manchmal geht es schneller als gedacht und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Im Kindersitz schreit das Baby, die Kinder streiten auf der Rückbank oder man hat schlichtweg verschlafen. Im Stress zu stark aufs Gas gedrückt, entstehen die unfreiwilligen Familienfotos und Portraits in Sekundenschnelle. Was wenige Tage später zu Hause eintrudelt, ist dann das reinste Ärgernis. Blitzerfoto, Geschwindigkeitsüberschreitung und eine Rechnung – hat die Tachonadel zu hoch gezeigt, müssen Sie schnell einmal mit einem Bußgeld von bis zu 70 € rechnen. Wer inner- und außerorts rast, den erwarten Bußgelder im dreistelligen Bereich und zudem Punkte und ein Fahrverbot von bis zu 3 Monaten.

Was Sie beim Zu-Schnell-Fahren oder anderen Verkehrsdelikten im Detail erwartet, lesen Sie in unserem Bußgeld-Guide. Hand aufs Herz: Bei welcher Verkehrssünde erkennen Sie sich wieder?

Der Zu-Schnell-Fahrer

Gestresster Pendler oder Kinderwahnsinn auf dem Rücksitz: Wer unter Zeitdruck oder Streitereien wie „Er ärgert mich die ganze Zeit!“ und „Wann sind wir daaaaa? Ich muss mal Pipi!“ den Überblick im Straßenverkehr verliert, der vergisst schnell das Tempolimit.

Was droht bei Geschwindigkeitsüberschreitung?

Bei Verstoß gegen die Geschwindigkeitsbegrenzung wird zwischen innerorts und außerorts unterschieden. Bei bis zu 10 km/h droht eine Strafe von 15 € innerorts und 10 € außerorts. Bis 20 km/h Abstand zum Limit zahlen Sie 35 € bzw. 30 €.

Beachten Sie:

Ab mehr als 20 km/h mehr auf dem Tacho drohen Ihnen zusätzlich Punkte für Ihr Konto in Flensburg. Wer ein zweites Mal innerhalb von einem Jahr mit einer Geschwindigkeitsüberschreitung im Rahmen von innerorts mehr als 26 km/h – 30 km/h und außerorts 26 km/h – 40 km/h erwischt wird, dem wird zusätzlich ein einmonatiges Fahrverbot auferlegt. Ab 31 km/h innerorts und 41 km/h außerorts mehr auf dem Tacho droht Ihnen das Fahrverbot ab dem ersten Verstoß.

Zusätzlich zum obigen Katalog gibt es weitere Bußgelder und Strafen, wenn das Verkehrsdelikt z.B. in einem verkehrsberuhigten Bereich oder auch an Bahnübergängen aufgenommen wurde. Auch das Schleichen wird bestraft: Rechnen Sie mit 20 € Bußgeld bei Behinderung des Verkehrsflusses.

Der Parkplatz-Verbrecher

„Ich war doch nur kurz Brötchen holen“ oder „Mal eben schnell das Rezept vom Arzt abholen“ – Parkplatz-Sünder stehen öfter falsch. Wenn es keinen eingezeichneten Parkplatz oder Haltebereich für Autos gibt, werden Zonen direkt vor Ausfahrten, Kurven oder Fußgängerüberwegen gern für spontane Erledigungen zweckentfremdet. Aber Vorsicht: Wer an diesen Stellen hält oder parkt, der macht sich nicht nur strafbar, sondern muss auch mit einem ordentlichen Bußgeld rechnen und das ist meist teurer als der nächste öffentliche Parkplatz.

Was droht beim Falschparken?

Parken Sie im Bereich von Kurven oder Fußgängerüberwegen, droht Ihnen ein Bußgeld von 15 €. Wenn Sie mit Ihrem Parkversuch jemanden behindern oder Ihr Auto länger als eine Stunde falschparkt, steigen die Kosten auf eine Summe von 25 € - 30 €. Bei einer Behinderung von Einsatzkräften bekommen Sie einen Punkt in Flensburg und ein Bußgeld von 60 € - 65 €. Auf Kraftfahrtstraßen oder Autobahnen beträgt das Bußgeld für Falschparker 70 €, zusätzlich wird Ihr Konto in Flensburg mit einem Punkt belastet.

Der Handy-Kontrolleur

An der Ampel eine Nachricht schreiben, auf der Autobahn telefonieren oder die neusten E-Mails lesen: Wer sein Handy während der Fahrt bedient, gefährdet den Straßenverkehr. Nutzen Sie für Telefonate eine Freisprechanlage und warten Sie mit dem Beantworten von E-Mails und Nachrichten bis zur nächsten Rast oder bis Sie Ihr Ziel erreicht haben. Mit Vorlesefunktionen für Kurznachrichten und eingehende E-Mails können Sie auch während der Fahrt erreichbar bleiben und den Pendler-Verkehr für Ihre beruflichen Zwecke nutzen. Schauen Sie im App-Store nach einer für Sie passenden App und nutzen Sie Ihr Handy gefahrenlos.

Beachten Sie:

Wir möchten Sie an dieser Stelle daran erinnern, dass Sie sich während der Autofahrt auf den Verkehr konzentrieren sollten. Nutzen Sie Freisprechanlage und Vorlesedienste nur dann, wenn es der Straßenverkehr zulässt und Sie sich dadurch nicht abgelenkt fühlen.

Was droht bei beim Handy-Gebrauch?

Werden Sie mit dem Handy in der Hand oder am Ohr erwischt, droht Ihnen ein Punkt in Flensburg und eine Geldstrafe in Höhe von 60 €. Als Radfahrer müssen Sie mit einer Strafe von 25 € rechnen, Ihr Punktekonto bleibt unangetastet.

Der Party-Fahrer

Von der Kneipe nur ein kurzes Stückchen bis zur Haustüre oder mit den Freunden abends von der Party wieder nach Hause fahren: Egal wie kurz oder lang Ihr Weg auch ist, wenn Sie Alkohol konsumiert oder Drogen eingenommen haben, sollten Sie unter keinen Umständen fahren. Die Promillegrenze liegt bei 0,5. Haben Sie mehr Alkohol im Blut, drohen Ihnen ab dem ersten Verstoß Bußgeld, Punkte und Fahrverbot.

Was droht bei Alkohol- oder Drogenmissbrauch am Steuer?

Die Sanktionen für Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss sind dieselben. Bei dem ersten Verstoß gegen die Promillegrenze oder das Drogengesetz drohen 500 € Bußgeld, 2 Punkte und einen Monat Fahrverbot. Mit dem zweiten Verstoß bezahlen Sie 1000 € Bußgeld, erhalten 2 Punkte und 3 Monate Fahrverbot. Beim dritten Verstoß gehen weitere 1500 € Bußgeld von Ihrem Konto ab und Sie erhalten 2 Punkte in Flensburg und 3 Monate Fahrverbot. Wird der Verkehr gefährdet, drohen schon mit 0,3 Promille 3 Punkte und weiter der Entzug des Führerscheins, eine Freiheits- oder Geldstrafe. Wird ein Alkoholgehalt über 1,09 Promille gemessen, droht Ihnen ab dem ersten Missbrauch selbige Strafe.

Der Ampel-Missachter

Noch schnell über die Kreuzung, um nicht warten zu müssen? Auch eine gelbe Ampel ist keine Fahrerlaubnis. Wer gefahrlos bremsen kann, sollte dies auch tun – sonst droht, wie auch bei der roten Ampel, ein Bußgeld.

Der Formalitäten-Vergesser

Hauptuntersuchung, Verbandskasten und Warnweste: Haben Sie an alles gedacht? Checken Sie Ihr Fahrzeug vor der nächsten Fahrt und ersparen Sie sich eine Verkehrskontrolle für diese Formalitäten.

Was droht beim Vergessen von Formalitäten?

Termin für die HU oder AU verschlafen? Innerhalb eines Zeitraums von 2 bis 4 Monaten kostet Sie die Erinnerung 15 €, bis zu 8 Monate nach Ablauf der Plakette 25 € und bei über 8 Monaten 60 € und Sie erhalten zusätzlich einen Punkt. Auch das Nichtmitführen von Verbandskasten und Warnweste wird zum Verkehrsdelikt: Sie bezahlen 5 € für einen vergessenen Verbandskasten und 15 € für die Warnweste. Wer den Führerschein nicht vorzeigen kann, der bezahlt sowohl im Auto, als auch auf dem Mofa 10 € Buße.

Zügeln Sie Ihr Tempo, lassen Sie Ihr Handy in der Tasche und bleiben Sie an Ampeln ruhig – so können Sie sich das Bußgeld sparen. Und wenn Sie doch einmal ein Knöllchen bekommen? Sehen Sie es als Erinnerung Ihren Fahrstil zu kontrollieren und ihn in einem Fahrsicherheitstraining zu optimieren. Wir wünschen Ihnen eine gute Fahrt.

Alle weiteren Bußgeldbestimmungen finden Sie hier.