Das Auto fängt Feuer – was können Sie tun?

Ein Auto, das Feuer gefangen hat.
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Sie kennen brennende Autos nur aus dem letzten Hollywood-Blockbuster? Das ist auch gut so! Leider sieht die Realität anders aus: Rund 20.000 Fahrzeugbrände werden den Versicherungen in Deutschland jedes Jahr gemeldet. Meistens sind Unfälle und marode Treibstoffleitungen oder technische Defekte dafür verantwortlich, dass ein Auto in Flammen aufgeht. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, wie Sie sich bei einem Fahrzeugbrand verhalten sollten und beleuchten, ob es Möglichkeiten gibt, diesem Szenario vorzubeugen.

Warum geht ein Auto in Flammen auf?

Zuerst einmal sei gesagt: In einem Auto sind Sie grundsätzlich sicher unterwegs. Verschiedene Tests haben ergeben, dass es etwa zwischen fünf und zehn Minuten dauert, bis ein Feuer vom Motorraum – wo der Brand meistens ausbricht – auf die Fahrgastzelle übergreift. Vom Tank geht in der Regel keine Gefahr aus, da moderne Autos im Brandfall die Kraftstoffzufuhr abschalten. Szenen wie bei James Bond oder Alarm für Cobra 11, in denen der Tank nach wenigen Sekunden explodiert, entspringen also lediglich der Fantasie der Drehbuchautoren.

Neben Unfällen, bei denen der leicht brennbare Treibstoff von Funken entzündet wird, ist die Ursache für Fahrzeugbrände außerdem oft im Motorraum zu finden. Durch poröse Treibstoffschläuche tropft der Sprit auf heiße Motorteile und entzündet sich, durchgescheuerte Elektrokabel können außerdem einen Schwelbrand verursachen, der sich rasch ausbreitet.

Wie bemerke ich einen Fahrzeugbrand?

Erste Anzeichen für einen Fahrzeugbrand sind ein merkwürdiger Schmorgeruch, eine mehr oder weniger starke Rauchentwicklung aus der Motorhaube sowie ein Leistungsabfall oder Ausfall bestimmter Instrumente.

Sollte Ihr Auto also zu brennen beginnen, bekommen Sie das mit Sicherheit mit. Unvermittelt geht kein Fahrzeug in Flammen auf, Ihre Augen oder die Nase werden Sie im Vorfeld warnen. So bleibt Ihnen noch genug Zeit, das Fahrzeug zu verlassen und wichtige Dokumente oder Wertsachen mitzunehmen.

Wie verhalte ich mich bei einem brennenden Auto?

Tritt eines der Anzeichen oder gar mehrere in Kombination auf, sollten Sie rechts ranfahren, den Warnblinker anschalten und die Zündung ausschalten. Wenn Sie nun sehen, dass es unter der Motorhaube brennt, alarmieren Sie unbedingt die Feuerwehr und die Polizei. Helfen Sie nun Mitfahrern dabei, das Fahrzeug möglichst schnell zu verlassen, da die entstehenden Rauchgase hochgiftig sein können. Erst, wenn alle Insassen in Sicherheit sind, können Sie versuchen, das Feuer zu bekämpfen – allerdings nur, wenn Sie dabei nicht zu Schaden kommen. Verletzungen oder Schlimmeres zu riskieren, um das eigene Auto zu retten, ist definitiv keine gute Idee.

Haben Sie einen Feuerlöscher dabei, so heben Sie die Motohaube ein klein wenig an und sprühen das Mittel durch den Spalt in den Motorraum. Öffnen Sie die Haube allerdings nie vollständig, da das Feuer durch die Frischluft „neue Nahrung“ bekommt und sich umso schneller ausbreitet – auch eine Stichflamme kann die Folge sein. Greifen Sie nur zum Feuerlöscher, wenn Sie sich in Sicherheit befinden und mit dessen Bedienung vertraut sind.

Kann ich einem Fahrzeugbrand vorbeugen?

Außer einer regelmäßigen Wartung gibt es kaum Möglichkeiten, einen Fahrzeugbrand im Vorfeld zu verhindern. Prüfen Sie hin und wieder, ob es sich ein Marder in Ihrem Motorraum gemütlich gemacht haben könnte. Die kleinen Raubtiere attackieren gerne Autoteile, wenn diese mit dem Geruch eines anderen Marders behaftet sind. Schläuche, Leitungen und Dichtungen werden dann besonders gerne angeknabbert.

Das Auto in Flammen: Wer übernimmt den Schaden?

Ist Ihr Fahrzeug durch die Flammen beschädigt worden, übernimmt die Teilkaskoversicherung die Reparaturkosten – für Sie fällt nur eine eventuell vereinbarte Selbstbeteiligung an. Davon sind allerdings nur die Bauteile des Fahrzeugs und fest verbautes sowie notwendiges Zubehör betroffen. Kosten für Handys oder Navigationssysteme, die den Flammen zum Opfer gefallen sind, werden von der Teilkasko nicht erstattet Sie greift ebenfalls, wenn Flammen von einem anderen Wagen auf Ihr Fahrzeug übergegriffen sind. Kommt es zum Totalschaden, übernimmt die Versicherung in der Regel den Wiederbeschaffungswert Ihres Fahrzeuges.

Für die Kosten des Polizei- bzw. Feuerwehreinsatzes müssen Sie ebenfalls nicht selbst aufkommen. Da bei einem Brand auch Sachgüter der Allgemeinheit, wie beispielsweise der Straßenbelag oder möglicherweise das Eigentum Dritter in Gefahr sind, übernimmt die Kfz-Haftpflichtversicherung in der Regel die Kosten für den Einsatz der Beamten.